ADHS ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die nicht nur im Kindes- und Jugendalter vorkommt, sondern auch im Erwachsenenalter fortbestehen oder erst dann deutlich wahrgenommen werden kann. Viele Betroffene erleben – oft über Jahre – Schwierigkeiten in Aufmerksamkeit, Organisation, Impulskontrolle und emotionaler Regulation, die sich im Alltag, Beruf oder in Beziehungen bemerkbar machen.
Für wen ist diese Diagnostik geeignet?
Diese Abklärung richtet sich an Erwachsene, die bei sich z. B. folgende Herausforderungen beobachten:
- Probleme, sich länger zu konzentrieren oder Aufgaben zu strukturieren
- Gefühlstempo im Denken und Handeln, innere Unruhe
- Schwierigkeiten im Alltag, im Beruf oder in sozialen Situationen
- Hinweise auf ADHS-Symptome, die möglicherweise seit der Kindheit bestehen geblieben sind
Diese Diagnostik eignet sich sowohl für Menschen, die bereits einen Verdacht haben, als auch für solche, die Unterstützung bei der Einordnung ihrer Symptome suchen.
Wie läuft die ADHS-Diagnostik ab?
Eine professionelle ADHS-Abklärung bei Erwachsenen ist ein mehrstufiger, evidenzbasierter Prozess. Er dient dazu, festzustellen, ob die beobachteten Symptome tatsächlich auf eine ADHS zurückzuführen sind und andere Ursachen auszuschließen.
1. Anamnese und ausführliches Gespräch
Zu Beginn steht ein klinisches Gespräch, in dem Ihre derzeitigen Beschwerden und Herausforderungen systematisch erfasst werden. Dazu gehören Fragen zu:
- Ihrer aktuellen Lebenssituation
- Symptomen in verschiedenen Lebensbereichen
- Ihrer Entwicklungsgeschichte (z. B. Kindheit und Jugend)
Auch Fremdanamnesen z. B. von PartnerInnen oder Bezugspersonen der Kindheit können dabei herangezogen werden.
2. Standardisierte Fragebögen und Tests
Ergänzend zum Gespräch kommen etablierte diagnostische Instrumente zum Einsatz.
3. Neuropsychologische Leistungsdiagnostik
Zusätzlich untersuche ich zentrale kognitive Bereiche, die häufig mit ADHS zusammenhängen, etwa:
- Aufmerksamkeit und Konzentration
- Arbeitsgedächtnis
- Exekutive Funktionen (Planung, Impulskontrolle)
Diese Tests liefern objektive Befunde über Funktionsprofile und helfen, ADHS von anderen psychischen oder neurokognitiven Störungen abzugrenzen.
4. Ausschluss anderer Ursachen
Ein wichtiger Teil der Diagnostik ist das Abklären, ob bisherige Beschwerden auch durch andere Bedingungen erklärt werden könnten (z. B. Angst- oder Stimmungssymptome, Schlafprobleme oder körperliche Ursachen).
Ergebnisgespräch und individuelle Empfehlung
Nach Abschluss der Diagnostik werden die Ergebnisse ausführlich besprochen. Sie erhalten eine verständliche Rückmeldung, eine diagnostische Einordnung und – falls relevant – Empfehlungen für den weiteren Weg (z. B. psychotherapeutische Begleitung, Coaching, konkrete Alltagshilfen).
Was ist keine ADHS-Diagnose?
Ein Online-Selbsttest oder eine kurze Checkliste im Internet kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine fundierte klinische Diagnostik. Nur eine ausführliche Abklärung durch qualifizierte Fachpersonen führt zu einer belastbaren Diagnose.
Warum diese Diagnostik wichtig ist
Eine genaue Abklärung schafft Klarheit und kann entlastend wirken, weil sie:
- Symptome verständlich erklärt
- Fehl- oder Selbstdiagnosen vorbeugt
- die Grundlage schafft für gezielte Unterstützung und Lebensqualität verbessern kann
Kosten der ADHS-Diagnostik
Die Kosten richten sich nach dem diagnostischen Umfang (Anamnese, Testverfahren, schriftlicher Befund). In der Regel liegen sie im Bereich von €875 – €1.025 für eine vollständige Abklärung bei Erwachsenen
Als Wahlpsychologin stelle ich Ihnen eine Honorarnote aus, die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können – eine Teilrückerstattung durch die Sozialversicherung ist möglich, wenn eine ärztliche Zuweisung vorliegt.
