Was ist AD(H)S?

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) können sich bei Kindern sehr unterschiedlich äußern. Gleichzeitig können ähnliche Schwierigkeiten auch andere Ursachen haben. Eine sorgfältige diagnostische Abklärung ist daher wichtig, um Symptome richtig einzuordnen und passende Unterstützung zu ermöglichen.

Die ADHS-Abklärung erfolgt bei mir mehrstufig und orientiert sich an anerkannten diagnostischen Leitlinien. Ziel ist nicht eine vorschnelle Diagnosestellung, sondern eine differenzierte Einschätzung der individuellen Stärken, Belastungen und Entwicklungsbedingungen des Kindes.

Wie läuft eine AD(H)S-Abklärung ab?

  1. Gespräch mit Ihnen und Ihrem Kind:
    Im gemeinsamen Gespräch klären wir, welche Schwierigkeiten bestehen, seit wann diese auftreten und in welchen Lebensbereichen sie relevant sind (z. B. Schule, Familie, Freizeit).
  2. Fragebögen und Beobachtungen:
    Eltern und Lehrpersonen füllen standardisierte Fragebögen zu Aufmerksamkeits-, Impulsivitäts- und Aktivitätsmerkmalen aus. Ergänzend fließen Verhaltensbeobachtungen während der Anamnese und der Untersuchung in die Beurteilung ein.
  3. Ausschluss anderer Ursachen:
    Da AD(H)S-ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben können (z. B. Schlafprobleme, Hör- oder Sehbeeinträchtigungen, emotionale Belastungen), kann es notwendig sein, ergänzende medizinische Abklärungen einzubeziehen.
  4. Neuropsychologische Untersuchung:
    Im Rahmen der Testung werden unter anderem Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Selbststeuerung sowie das kognitive Leistungsprofil erhoben. Diese Informationen helfen, Stärken und Herausforderungen differenziert einzuordnen und mögliche zusätzliche Lern- oder Entwicklungsbesonderheiten zu erkennen.
  5. Befund und Befundbesprechung:
    Auf Basis aller vorliegenden Informationen wird ein ausführlicher Befund erstellt. In einem persönlichen Gespräch wird gemeinsam besprochen, ob die diagnostischen Kriterien einer AD(H)S erfüllt sind und welche unterstützenden Maßnahmen sinnvoll erscheinen.

Nicht bei allen Kindern mit Aufmerksamkeits- oder Verhaltensauffälligkeiten erfüllt sich der Verdacht auf ADHS. Manchmal zeigen sich andere Erklärungsmodelle oder zusätzliche Entwicklungs- und Lernbesonderheiten. Auch diese werden im Rahmen der Abklärung berücksichtigt und im Befund entsprechend eingeordnet.

Kosten & Kostenübernahme

Informationen zu Kosten, Umfang der diagnostischen Abklärung und zur Refundierung durch die Krankenkasse finden Sie hier.

Häufige Fragen zur ADHS-Abklärung

Muss am Ende immer eine ADHS-Diagnose stehen?
Nein. Nicht jede Aufmerksamkeits- oder Verhaltensauffälligkeit erfüllt die Kriterien einer ADHS. Ziel der Abklärung ist eine differenzierte Einordnung der Schwierigkeiten und Stärken – unabhängig davon, ob eine Diagnose gestellt wird oder nicht.

Wie lange dauert eine ADHS-Abklärung?
Die Abklärung erstreckt sich in der Regel über mehrere Termine. Vom Erstgespräch bis zur Befundbesprechung sollten einige Wochen eingeplant werden, abhängig vom individuellen Abklärungsbedarf.

Braucht mein Kind zusätzliche ärztliche Untersuchungen?
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, ergänzende medizinische Abklärungen (z. B. Hör-, Schlaf- oder neurologische Untersuchungen) einzubeziehen, um andere Ursachen auszuschließen. Dies wird individuell besprochen.

Was passiert nach der Abklärung?
Sie erhalten einen ausführlichen schriftlichen Befund sowie ein persönliches Gespräch mit konkreten Empfehlungen für Schule, Alltag und gegebenenfalls weitere Unterstützung.